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Im Rahmen einer großen
Gala wurden auch in diesem Jahr wieder die Life Awards vergeben. Der Life Award
war dazu im ehrenwerten Haus des Innsbrucker Landestheaters zu Gast.
Die weltweit einzige Auszeichnung für Menschen mit
Handikap wird jährlich verliehen und ging dieses Jahr an die Frauenrechtlerin,
Sportlehrerin und Philosophin Prof. Lydia la Rivière-Zijdel (NL) für ihr
Lebenswerk, in der Kategorie „Wirtschaft und Gesellschaft" an Oliver Antosch,
Mitarbeiter, Betriebsrat und Behindertenbeauftragter der adidas AG, in der
Kategorie „Kunst und Kultur" an den österreichischen Art Brut-Künstler Josef
Hofer. In der Kategorie „Sport" wurde der Goldmedaillengewinner von Peking 2008
im Rollstuhlmarathon, Thomas Geierspichler, mit dem Life Award ausgezeichnet.
Die weltweit vielfach ausgezeichnete Tibetologin Sabriye Tenberken, gebürtige
Deutsche und mittlerweile am „Dach der Welt" daheim, erhielt den Special Life
Award, der Award für Organisationen ging an die Lebenshilfe Österreich und mit
einem Special Sport Award wurde die beispiellose Teamleistung des „Race Across
America" - Teams ausgezeichnet.
Sie stehen wieder einmal
fest, stellvertretend für die vielen, großartigen Menschen mit Handikap, die in
Ihrem Leben Herausragendes leisten: Die Preisträger des Life Award 2008.
Verliehen wurden die renommierten Preise im Rahmen einer großen Gala, die von
Mirjam Weichselbraun, Österreichs jungem, charmanten Moderations-Aushängeschild
aus Tirol, moderiert und von zahlreichen nationalen und internationalen
Künstlern wie Percussionist Dame Evelyn Glennie, Papermoon, Petra Frey, Anansi
Drums, Rosi Schipflinger und Leo Jöchl gestaltet wurde.
Der Life Award wurde von der
Tirolerin Ingrid Larese ins Leben gerufen und heuer zum vierten Mal vergeben.
Erstmals gab es neben den bereits bekannten Kategorien Lebenswerk, Wirtschaft
und Gesellschaft, Sport, Kunst, Organisation und Special Award auch einen
Special Sport Award, der an eine großartige Teamleistung vergeben wurde.
Der Life Award in der
Kategorie „Lebenswerk" ging an die Frauenrechtlerin und
Selbstverteidigungslehrerin Prof. Lydia la Rivière-Zijdel aus den Niederlanden
für ihr besonderes persönliches Engagement für behinderte Frauen auf der ganzen
Welt, zuletzt besonders in den Entwicklungsländern Afrikas und Asiens. Selbst
im Rollstuhl, gibt sie Kurse in Selbstverteidigung für behinderte Frauen und
Mädchen, sie hält den schwarzen Gürtel in Karate und Aikido und wird weltweit
als Fachfrau, Diskussionsteilnehmerin und Rednerin bei politischen Treffen
angefragt.
In der Kategorie „Wirtschaft
und Gesellschaft" wurde Oliver Antosch mit dem Life Award 2008 ausgezeichnet.
Oliver Antosch sitzt seit einem im Alter von 18 Jahren selbstverschuldeten
Motorradunfall mit einer Querschnittlähmung im Rollstuhl. Er ist bei der adidas
AG in einer führenden Position im IT Bereich beschäftigt, findet aber dennoch
Zeit und Kraft, sich als Betriebsrat und Behindertenbeauftragter für die
Belange kranker und beeinträchtigter Mitarbeiter einzusetzen. Zudem ist er für
die Audi AG in beratender Tätigkeit bei der Entwicklung von
behindertengerechten Fahrzeugen tätig.
In der Kategorie „Kunst und
Kultur" ging der Life Award 2008 an den oberösterreichischen Maler und Zeichner
Josef Hofer. Josef Hofer ist mehrfach körperlich und mental behindert, zudem
gehörlos. Er wuchs zusammen mit seinem um fünf Jahre älteren, ebenfalls
behinderten Bruder, im Mühlviertel auf einem Bauernhof auf. Internationale
Anerkennung erlangte Josef Hofer mit seiner Aufnahme in die „Collection de
l´Art Brut" in Lausanne. Arnulf Rainer nennt ihn den einflussreichsten Künstler
dieser Art in Österreich.
Mit dem Life Award in der
Kategorie „Sport" wurde der querschnittgelähmte Salzburger Renn-Rollstuhlfahrer
Thomas Geierspichler ausgezeichnet. Thomas Geierspichler ist ein
Ausnahmeathlet, konnte nach kurzer Zeit des Trainings bereits mit der
Weltspitze mitfahren und gestaltet seitdem weltweit die Spitzenfelder mit. Sein
letzter und wohl bisher größter Triumph war die Goldmedaille beim Marathon bei
den Paralympics in Peking 2008.
Der diesjährige Special Life
Award geht an die gebürtige Deutsche Sabriye Tenberken. Die bisher weltweit vielfach ausgezeichnete Tibetologin ist
wohl eine der bekanntesten blinden Frauen weltweit. Sie entwickelte für Tibet
eine Blindenschrift. 1997 reiste sie in die Autonome Region Tibet und gründete
gemeinsam mit dem Techniker Paul Kronenberg eine Vorschule für blinde Kinder.
Bis zu diesem Zeitpunkt lebten Blinde und Sehgeschädigte dort isoliert von der
Gesellschaft und hatten keinen Zugang zu Schulen oder Ausbildungsstätten. In
der Zwischenzeit gründete ihre Organisation „Braille ohne Grenzen" außerdem
noch ein Kompetenzzentrum in Indien. Dieses soll dazu beitragen, Blinden
weltweit Zugang zu Schulen und Berufen zu ermöglichen. Sabriye Tenberken
veröffentlichte mehrere Bücher, die zu Bestsellern wurden. Weltweit bekannt
wurde sie durch das gemeinsame Filmprojekt „Blindsight" mit Eric Weihenmayer,
der als erster Blinder den Mount Everest bestiegen hat.
Der heuer erstmals vergebene
Special Sport Award geht an das „Race Across America" - Teams: In zehn Tagen
ging es quer durch Amerika: Es war ein österreichisches Team, das die
allerersten Rollstuhlfahrer beim härtesten Langstrecken-Radrennen der Welt
stellte. Und bisher auch das einzige! Thomas Bechter (geb. 1970), Philipp
Bonadimann (geb. 1980), Jürgen Egle (geb. 1971), Hubert Kilga
(geb. 1953), Klaus Salzmann (geb. 1964) und Wolfgang Wimmer (geb. 1963)
stellten sich den 4912 km von der West- zur Ostküste, dabei waren in 10 Tagen
33.440 Höhenmeter zu überwinden. Ein physischer und psychischer Grenzgang für
alle Teammitglieder.
Weitere Gäste:
Schauspielerin Geraldine Chaplin, Prof. Christian Ludwig Attersee, Designerin
Shiyin Cai, Stephan Eberharter, Paul Flora, Dina Larot, Florian Liegl,
Landesrat Gerhard Reheis, Vize-Bgm. Eugen Sprenger, Landesrätig Patricia
Zoller-Frischauf, Christian Rijavec, Andi Felder, uvm.
www.lifeaward.at
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